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Sachkontonummern in Sage 100 verlängern: Wann es sinnvoll ist und wie es funktioniert

Sachkontonummern in Sage 100 verlängern: Wann es sinnvoll ist und wie es funktioniert

Manchmal stößt man im Rechnungswesen an eine unscheinbare Grenze: Die Sachkonten haben zu wenige Stellen. Du willst die Buchungen aus der Warenwirtschaft feiner trennen, mit Einkaufs- und Erlöscodes arbeiten oder schlicht mehr Konten je Bereich anlegen, und der bestehende Kontenplan gibt das nicht mehr her. Gerade zur Vorbereitung auf ein neues Geschäftsjahr taucht diese Frage gern auf.

Die gute Nachricht: Sage 100 kann die Anzahl der Sachkontenstellen nachträglich erweitern, und zwar inklusive aller bereits erfassten Konten und Buchungen. Diese Kontennummernerweiterung gibt es schon lange, eingeführt rund um die Mehrwertsteuer-Umstellung 2006, damals noch in der Office Line. Sie arbeitet je Mandant und ist sehr mächtig. Sie ist aber auch endgültig.

Wichtig vorweg: Diese Umstellung lässt sich nicht rückgängig machen. Mache vorher eine vollständige Datensicherung und stimme das Vorhaben mit Deiner Steuerberatung ab. Ein Zurück gibt es nur über das Backup.

1. Warum die Kontonummern überhaupt verlängern?

Eine zusätzliche Stelle klingt nach einer Kleinigkeit, eröffnet aber im Kontenplan viel Platz. Typische Gründe aus der Praxis:

  • Feinere Gliederung: Du willst Erlöse und Aufwendungen nach Sparten, Marken, Standorten oder Geschäftsbereichen trennen und brauchst dafür mehr Konten je Gruppe, als die bisherige Stellenzahl hergibt.
  • Einkaufs- und Erlöscodes aus der Warenwirtschaft: Wer die Buchungsübergabe sauber nach Code strukturiert, landet schnell bei vielen Erlös- und Wareneingangskonten. Eine zusätzliche Stelle schafft die nötige Systematik.
  • Bessere Auswertungen: Mehr Detailtiefe direkt im Konto erleichtert Auswertungen und Controlling, ohne jede Differenzierung über Kostenstellen abbilden zu müssen.
  • Einheitliche Struktur über mehrere Mandanten: Wenn Tochtergesellschaften oder weitere Mandanten dazukommen, hilft ein einheitliches, längeres Nummernschema bei Vergleich und Konsolidierung.
  • Vorgaben von außen: Manchmal geben Steuerberatung, DATEV-Anbindung oder ein übernommenes Altsystem ein längeres Format vor.

Kurz gesagt: Wenn die Struktur wächst und Du Buchungen künftig granularer abbilden willst, ist die Verlängerung der Sachkontonummern oft der sauberere Weg, statt Konten zu überladen oder Sachverhalte in Textfelder auszulagern.

2. Wie Sage die Stellenzahl festlegt

Bei der Anlage eines Mandanten wählst Du den Kontenrahmen und die Formatierung nach Sage- oder DATEV-Vorgaben. Damit wird die Anzahl der Stellen für die Sachkonten fest vorbelegt. Einsehen kannst Du das im Sage Administrator im Bereich der Feldformatierung.

Im Eingabeformat sind die Stellenzahl und die Ausrichtung über Sonderzeichen hinterlegt. Wichtig zu verstehen: Wenn Du dort nur das Eingabeformat änderst, wirkt das ausschließlich auf zukünftige Eingaben. Deine bereits angelegten Sachkonten und alle Buchungen bleiben unverändert. Für eine echte Umstellung des gesamten Bestands brauchst Du deshalb die Kontennummernerweiterung.

3. Die Kontennummernerweiterung Schritt für Schritt

Im Sage Administrator öffnest Du in der Feldformatierung Sachkonten die Erweiterung. Im folgenden Dialog legst Du fest, wie umgestellt wird:

  • Einfügen nach Stelle: Hier bestimmst Du die Position der neuen Stelle. Soll sie am Ende der Nummer stehen, gibst Du bei einer vierstelligen Nummer die 4 an. Du kannst die zusätzliche Stelle aber auch an einer anderen Position einfügen.
  • Einzufügendes Format: Das Sonderzeichen für die neue Stelle. Orientiere Dich dabei an Deinen bisherigen Sachkonteneinstellungen, damit das Format stimmig bleibt.
  • Einzufügendes Zeichen: Womit die vorhandenen Nummern aufgefüllt werden. In der Praxis ist das fast immer die 0.
  • Neues Format: Wird zur Kontrolle angezeigt und lässt sich nicht direkt ändern. Eine Testeingabe zeigt Dir, welche Kontonummer beim Anlegen künftig gebildet wird.
  • Gültigkeitsbereich: Optional grenzt Du die Erweiterung auf einen Bereich ein, etwa wenn Du nur einen Teil der Konten anders erweitern willst. Achtung: Das kann zu unterschiedlich langen Kontonummern in einer Buchhaltung führen.

4. Transaktionssicherheit: Tempo gegen Sicherheit

Über die Option Transaktionssicherheit während der Aktualisierung ausschalten steuerst Du, ob die Umstellung intern protokolliert wird. Schaltest Du sie aus, läuft die Aktualisierung schneller, im Fehlerfall hilft Dir dann aber nur die Datensicherung. Lässt Du die Transaktionssicherheit aktiv, dauert die Umstellung länger, ist dafür besser abgesichert. Vor dem Start weist Dich das Programm ausdrücklich darauf hin, dass die Änderung unwiderruflich ist.

5. Was sich danach ändert

Die Erweiterung betrifft nicht nur die Stammdaten. Neben allen vorhandenen Sachkonten werden auch sämtliche Buchungen aller Geschäftsjahre auf das neue Format umgestellt. Neue Sachkonten legst Du anschließend automatisch in der neuen, längeren Formatierung an. Der gesamte Bestand ist damit konsistent.

6. Vorbereitung: Die kurze Checkliste

  • Vollständige Datensicherung erstellen und prüfen, ob sie sich zurückspielen lässt.
  • Das Vorhaben mit der Steuerberatung abstimmen.
  • Wenn möglich, die Umstellung vorab in einem Kopiemandanten testen.
  • Schnittstellen und Auswertungen prüfen, die auf einer festen Kontonummernlänge aufbauen: DATEV-Export, Bankanbindung, eigene Reports, OP-Listen, Drittsysteme.
  • Ein ausreichendes Zeitfenster einplanen und die Anwender informieren.

Die Kontennummernerweiterung ist ein starkes Werkzeug, wenn der Kontenplan mit dem Unternehmen mitwachsen soll. Weil sie tief in den Datenbestand eingreift, lohnt sich die saubere Vorbereitung. Wenn Du die Umstellung planst, begleiten wir Dich als zertifizierter Sage-Partner gern, von der Struktur über den Test bis zur Durchführung. Sprich uns einfach an: Kontakt oder direkt einen Beratungstermin.

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