Auf fast jeder Rechnung steht ein Satz wie „Zahlbar innerhalb von 10 Tagen mit 2 Prozent Skonto, 30 Tage netto". In der Sage 100 steckt dahinter ein unscheinbares Stammdatum mit großer Wirkung: die Zahlungskondition. Sie bestimmt, wann Deine Forderungen fällig werden, wann das Mahnwesen anspringt, welche Skontobeträge beim Zahlen abgezogen werden und was der Zahlungsvorschlag im Einkauf vorschlägt.
In diesem Beitrag schauen wir uns an, wie Zahlungskonditionen aufgebaut sind, wo sie zugeordnet werden und was beim Zahlungsausgleich mit Skonto im Hintergrund passiert. Die Beispiele stammen aus dem Demomandanten der Sage 100 (Mustermann & Söhne GmbH).
So ist eine Zahlungskondition aufgebaut
Eine Zahlungskondition besteht in der Sage 100 aus drei Bausteinen: der Nettobedingung, also der Frist bis zur vollen Fälligkeit, und bis zu zwei Skontobedingungen mit jeweils eigener Frist und eigenem Prozentsatz. Der Demomandant bringt dafür anschauliche Beispiele mit:
- 300: 30 Tage netto, ohne Skonto. Diese Kondition hat zum Beispiel der Kunde VW Wolfsburg.
- 102300: 10 Tage 2 Prozent, 30 Tage netto. Der Klassiker mit einer Skontostufe.
- 105202300: 10 Tage 5 Prozent, 20 Tage 2 Prozent, 30 Tage netto. Hier sind beide Skontostufen belegt, wer früher zahlt, spart mehr.
Gepflegt werden die Konditionen zentral in den Grundlagen. Dort legst Du auch fest, ob eine Kondition gar keine klassische Frist beschreibt, sondern eine Zahlungsart wie Lastschrift, Nachnahme oder Kreditkarte. Auch dafür gibt es im Demomandanten Beispiele.
/img/blog/zahlungskonditionen/grundlagen-zahlungskonditionen.pngWo die Kondition zugeordnet wird
Die Standard-Zahlungskondition hinterlegst Du am Kontokorrent des Kunden oder Lieferanten. Von dort wird sie in jeden neuen Beleg übernommen und kann im Belegkopf für den Einzelfall übersteuert werden, etwa wenn für einen Sonderauftrag andere Fristen vereinbart wurden.
Wichtig für die Praxis: Die Kondition am Kunden ist keine reine Formalie. Aus ihr berechnet die Sage 100 beim Buchen der Rechnung das Fälligkeitsdatum und die Skontotermine des Offenen Postens. Auf diesen Terminen bauen später das Mahnwesen und der Zahlungsverkehr auf. Eine falsch zugeordnete Kondition produziert also zu früh oder zu spät mahnende Briefe und falsche Skontovorschläge.
/img/blog/zahlungskonditionen/kundenstamm-zahlungskondition.pngWas beim Zahlungsausgleich mit Skonto passiert
Der interessante Moment kommt beim Ausgleich: Ein Kunde zahlt innerhalb der Skontofrist und überweist entsprechend weniger. Beim Ausgleich des Offenen Postens erkennst Du den Skontoabzug an, und die Sage 100 erledigt den Rest automatisch. Der Skontobetrag wird über die Festkonten auf das passende Skontokonto gebucht, getrennt nach Skonto im Verkauf (Erlösschmälerung) und Skonto im Einkauf (Aufwandsminderung).
Dabei korrigiert die Sage 100 auch die Steuer: Der Skontoabzug mindert das Entgelt, also werden Umsatzsteuer beziehungsweise Vorsteuer anteilig angepasst. Deshalb sind die Skonto-Festkonten mit Steuercodes verknüpft. Wer hier ein Konto ohne passende Steuerschlüsselung hinterlegt, produziert schleichend Differenzen zwischen Buchhaltung und Voranmeldung.
Wichtig: Die automatische Steuerkorrektur beim Skonto ist Technik, keine steuerliche Beratung. Wie Skontoerträge und Skontoaufwendungen bei Euch im Kontenplan und in Auswertungen behandelt werden, stimmst Du mit Deiner Steuerberatung ab. Für SKR-spezifische Buchungsfragen rund um Zahlungsdifferenzen lohnt auch ein Blick in unseren Beitrag zu Mahngebühren in SKR03 und SKR04.
/img/blog/zahlungskonditionen/op-ausgleich-skonto.pngDie Einkaufsseite: Skontooptimiert zahlen
Im Einkauf drehen sich die Vorzeichen um: Jetzt bist Du derjenige, der Skonto ziehen kann. Der Zahlungsvorschlag im Zahlungsverkehr der Sage 100 kennt die Skontotermine Deiner Eingangsrechnungen und kann Zahlungen so vorschlagen, dass Skontofristen ausgenutzt werden, statt Rechnungen erst zum Nettotermin zu zahlen.
Ob sich das lohnt, ist schnell überschlagen: 2 Prozent Skonto für eine um 20 Tage frühere Zahlung entsprechen aufs Jahr gerechnet einer Verzinsung von gut 36 Prozent. Solange die Liquidität da ist und die eigene Finanzierung weniger kostet, ist Skonto ziehen fast immer das bessere Geschäft. Die Entscheidung hängt aber an Eurer Liquiditätslage und gehört in die kaufmännische Gesamtbetrachtung.
/img/blog/zahlungskonditionen/zahlungsvorschlag-skonto.pngWorauf Du bei der Einrichtung achten solltest
- Sprechende Bezeichnungen. Aus „102300" wird erst mit der Bezeichnung „10 Tage 2%, 30 Tage netto" eine Kondition, die jeder im Team versteht. Der Demomandant macht vor, wie das aussehen kann.
- Wenige Konditionen, konsequent genutzt. Je mehr Varianten existieren, desto eher landet ein Kunde auf der falschen. Ein überschaubares Set deckt fast alle Vereinbarungen ab.
- Skonto-Festkonten prüfen. Einmal bei der Einrichtung kontrolliert, ob Skontokonten und Steuerschlüsselung zusammenpassen, erspart später die Fehlersuche in der Voranmeldung.
- Fälligkeit und Mahnwesen zusammen denken. Die Kondition bestimmt, ab wann ein Offener Posten überfällig ist. Wer Fristen ändert, verändert auch den Startpunkt der Mahnläufe.
Fazit
Zahlungskonditionen sind ein kleines Stammdatum mit langer Wirkungskette: Vom Belegkopf über die Fälligkeit des Offenen Postens bis zu Skontobuchung, Steuerkorrektur, Mahnwesen und Zahlungsvorschlag. Wer die Konditionen sauber aufsetzt und am Kontokorrent richtig zuordnet, bekommt pünktliche Mahnungen, korrekte Skontobuchungen und einen Zahlungsvorschlag, der bares Geld spart.
Du möchtest Eure Zahlungskonditionen, Festkonten und den Zahlungsverkehr in der Sage 100 einmal grundsätzlich aufräumen? Dann lass uns darüber sprechen.