Blog / · Thomas Falkner

Warum wir auf Google Analytics und Werbepixel verzichten

Warum wir auf Google Analytics und Werbepixel verzichten

Vor kurzem haben wir die digitale Sichtbarkeit unserer Website analysieren lassen. Das Ergebnis war besser als erwartet: PageSpeed 100 Prozent auf dem Desktop und auf Mobilgeräten, eine überdurchschnittliche Suchmaschinenoptimierung, und unsere Leistungen werden klar verstanden. Unter den Handlungsempfehlungen stand dann unter anderem, einen Google-Analytics-Tag sowie einen LinkedIn- und einen Meta-Pixel einzubauen, um Online-Werbung gezielter ausspielen zu können. Damit wäre auch ein Consent-Banner nötig geworden.

Ungewöhnlich ist diese Empfehlung nicht, sie steht so oder ähnlich in vielen Marketing-Konzepten. Wir haben sie trotzdem nicht umgesetzt. Ein Teil der Gründe ist grundsätzlich, ein Teil ganz praktisch.

Was die Werkzeuge mit sich bringen würden

Jeder dieser Bausteine lädt Code von Google, LinkedIn oder Meta, setzt Kennungen auf dem Gerät des Besuchers und meldet Seitenaufrufe an den jeweiligen Anbieter. Nach dem TDDDG ist dafür vorher eine Einwilligung nötig. Unsere Website hat heute keinen Cookie-Banner, weil sie keine fremden Skripte lädt. Mit den Pixeln würde jeder Besucher beim ersten Aufruf zuerst gefragt, ob er dem Datenaustausch mit drei Plattformen zustimmt.

Dazu kommt die Ladezeit. Die guten PageSpeed-Werte haben viel damit zu tun, dass die Seite nur Inhalte von unserem eigenen Server lädt. Drei Tracking-Skripte und ein Einwilligungs-Tool würden daran etwas ändern, auch wenn sich der Effekt im Einzelfall in Grenzen hält.

Welche Frage sollen sie beantworten?

Bevor wir etwas einbauen, wollten wir wissen, was wir danach wissen würden, das wir heute nicht wissen.

Besucherzahlen, die meistgelesenen Seiten und woher die Besucher kommen, sehen wir schon heute. Unsere Website hat eine eigene Statistik auf unserem Server. Sie zählt Seitenaufrufe und Besuche, ohne Cookies zu setzen und ohne IP-Adressen zu speichern. Über welche Suchbegriffe man uns bei Google findet, zeigt die Google Search Console. Sie wird über einen DNS-Eintrag eingerichtet und braucht keinen Code auf der Website.

Was Analytics zusätzlich liefern würde, sind vor allem detaillierte Klickpfade einzelner Besucher. Und das auch nur von denen, die im Banner zustimmen. Die Pixel wiederum sind in erster Linie Werbewerkzeuge: Sie erkennen Besucher auf LinkedIn oder Instagram wieder, damit man ihnen dort Anzeigen zeigen kann. Für die Messung brauchen wir sie nicht.

Passt das zu unserem Geschäft?

Wir betreuen Unternehmen, die mit Sage 100 arbeiten, führen die Software ein und entwickeln Erweiterungen. Über einen ERP-Partner entscheidet ein Unternehmen selten, meist nach mehreren Gesprächen und oft, weil ein konkretes Problem drückt: ein langsamer SQL Server, die Umstellung auf die E-Rechnung oder eine Betreuung, mit der man nicht mehr zufrieden ist.

Für uns ist deshalb wichtiger, dass eine Seite zu genau so einem Problem eine gute Antwort gibt, als dass ein Besucher danach Anzeigen von uns sieht. Ob sich Retargeting für andere Anbieter lohnt, können wir nicht beurteilen. Für unsere Website sehen wir derzeit keinen ausreichenden Nutzen, der die zusätzlichen Skripte und den Aufwand für das Einwilligungsmanagement rechtfertigt.

Und dann sind da noch unsere eigenen Ratschläge

Mit unseren Kunden sprechen wir regelmäßig über Datenschutz, technische und organisatorische Maßnahmen und die Frage, welche Daten wirklich ein Unternehmen verlassen müssen. Wenn wir unseren Kunden zu Datensparsamkeit raten, sollte unsere eigene Startseite nicht das Gegenteil tun.

Hinzu kommt die rechtliche Grundlage: Die Übermittlung personenbezogener Daten in die USA stützt sich auf ein Abkommen, dessen zwei Vorgänger der Europäische Gerichtshof aufgehoben hat, Safe Harbor im Jahr 2015 und den Privacy Shield im Jahr 2020. Darauf möchten wir unseren Internetauftritt ungern aufbauen.

Was wir stattdessen machen

Wir setzen auf Inhalte, die gefunden werden: Fachbeiträge hier im Blog, ein Glossar und kostenlose Online-Tools. Dazu kommen Erfolgsgeschichten, deren Zahlen unsere Kunden freigegeben haben, unser Newsletter mit Double-Opt-In und LinkedIn. Und wir schauen genau auf die Kennzahl, die für uns am meisten zählt: welche Anfragen bei uns ankommen und worum es darin geht.

Endgültig ist die Entscheidung nicht. Sollten wir eines Tages Werbekampagnen schalten wollen, sehen wir uns das Thema neu an, dann mit einer konkreten Frage, die die Werkzeuge beantworten sollen. Bis dahin bleibt unsere Website, wie sie ist: ohne Pixel und ohne Banner. Was auf ihr passiert, wissen wir trotzdem.

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